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Rissige Pfotenballen: Pflege-Ratgeber

Du streichst über die Pfote deines Hundes und spürst es sofort: es fühlt sich an wie Schmirgelpapier. Wo früher ein weicher Ballen war, sitzen jetzt harte Kanten und vielleicht ein Riss. Rissige Pfotenballen beim Hund entstehen selten über Nacht. Meistens baut sich das über Monate auf und du merkst es erst, wenn irgendwo etwas aufplatzt.

Dieser Ratgeber geht über Erkennen, Pflegen und Vorbeugen. Auch über eine Sache, die fast überall falsch erklärt wird: wann du Pfotenbalsam gerade nicht benutzen solltest.

Wie sich ein gesunder Ballen anfühlt

Ein gesunder Ballen ist nicht weich. Er soll sich ledrig anfühlen, leicht rau. Er federt zurück, wenn du hineindrückst. Ein babyweicher Ballen ist kein gutes Zeichen, denn der reißt schneller.

Was nicht dort hingehört: harte Kanten, die über den Ballen hinausstehen, weiße Schuppen, tiefe Rillen oder Stücke, die du mit dem Fingernagel anheben kannst. Vergleich ruhig mit einer anderen Pfote. Ein Unterschied zwischen links und rechts sagt oft mehr als der Ballen selbst.

Warum trockene Pfotenballen beim Hund entstehen

Sechs Ursachen decken die meisten Fälle ab. Bei älteren Hunden laufen meist zwei oder drei gleichzeitig.

  • Streusalz. Der größte Übeltäter im Winter. Salz entzieht Feuchtigkeit und reizt die Haut zwischen den Zehen noch stärker als den Ballen selbst.
  • Heißer Asphalt. Im Sommer verbrennt er den Ballen. Die Faustregel: leg deinen Handrücken fünf Sekunden auf den Belag. Hältst du es nicht aus, hält dein Hund es auch nicht aus.
  • Abrieb. Kies, Sand, rauer Beton. Ein Hund, der sonst auf Gras läuft und plötzlich eine Woche am Meer ist, läuft sich die Ballen in zwei Tagen kaputt.
  • Lecken. Speichel weicht die Hornschicht auf, die dann aufplatzt. Ist dein Hund ständig an seinen Pfoten, lies erst warum dein Hund seine Pfoten leckt, denn dann ist der Ballen die Folge und nicht die Ursache.
  • Hyperkeratose. Manche älteren Hunde bilden zu viel Horn. Du siehst harte Auswüchse am Rand des Ballens, manchmal auch auf der Nase. Das geht nicht von selbst weg.
  • Zu wenig Abwechslung. Ein Hund, der nur drinnen und auf Gras läuft, behält dünne, empfindliche Ballen. Die reißen beim ersten ordentlichen Spaziergang.

Wann es zum Tierarzt muss

Das meiste bekommst du zu Hause hin. Ruf trotzdem an bei einem dieser Punkte:

  • Ein Ballen, der eingerissen ist und weiter blutet. Oder ein loser Lappen, den du anheben kannst.
  • Dein Hund belastet diese Pfote nicht mehr.
  • Die Pfote ist geschwollen, warm oder sie riecht.
  • Zwischen den Zehen kommt Flüssigkeit oder Eiter heraus.
  • Alle vier Ballen und die Nase verhornen gleichzeitig. Das kann auf eine Erkrankung hindeuten, die Medikamente braucht.

Sitzt dort eine echte Wunde, mach weiter mit eine Wunde an der Hundepfote schützen. Das verlangt einen anderen Ansatz als Trockenheit.

Die Pflege in vier Schritten

Mach das abends. Rechne mit zwei bis drei Wochen, bis du einen klaren Unterschied spürst, denn ein Ballen trägt Gewicht und heilt dadurch langsamer als normale Haut.

Schritt 1: spülen

Lauwarmes Wasser, mehr nicht. Kein Alkohol, kein Wasserstoffperoxid, kein Jod auf einem trockenen Ballen. Die trocknen nur weiter aus. Sitzt Sand oder Salz darin, spül mit den Fingern zwischen den Zehen durch.

Schritt 2: trocken tupfen

Der Zwischenzehenbereich ist wichtiger als der Ballen. Bleibt dort Feuchtigkeit, bekommst du binnen weniger Tage eine rote, gereizte Haut. Tupfen, nicht reiben.

Schritt 3: eine dünne Schicht

Ein Pfotenbalsam oder gewöhnliche Vaseline funktioniert. Dünn verteilen und leicht einmassieren, keinen dicken Klecks. Mehr Produkt heilt nicht schneller, es gibt nur mehr Flecken auf dem Sofa.

Schritt 4: eine Socke darüber

Diesen Schritt lassen die meisten weg und er bringt am meisten. Eine Socke hält das Produkt auf dem Ballen statt auf deinem Boden. Sie hält außerdem die Zunge fern. Zwanzig bis dreißig Minuten reichen. Schläft dein Hund ruhig durch, darf sie auch die Nacht bleiben.

Warum du tagsüber keinen Balsam aufträgst

Hier machen viele Marken einen Fehler. Balsam macht den Ballen weicher und fettiger. Ein fettiger Ballen hat weniger Halt. Auf Parkett oder Fliesen heißt das: dein Hund rutscht nach dem Eincremen mehr als vorher. Es stehen niederländische Rezensionen im Netz von Haltern, die genau das bei einem Balsam mit der Aufschrift "Anti-Rutsch" gemeldet haben.

Wir verkaufen Halt, also sagen wir es geradeheraus: Pfotenbalsam ist kein Anti-Rutsch-Mittel. Es ist Nachtpflege. Eincremen, Socke darüber, einziehen lassen, während dein Hund liegt. Morgens wischst du den Rest ab, bevor er auf den glatten Boden tritt.

Vorbeugen ist hier einfacher als reparieren

  • Spül die Pfoten nach dem Winterspaziergang. Nur wenn gestreut wurde. Lauwarmes Wasser und gut zwischen den Zehen trocknen.
  • Halte die Krallen kurz. Zu lange Krallen kippen die Zehe nach oben, wodurch der Ballen ungleich belastet wird und an einer Stelle abnutzt. Wie du das prüfst, steht in zu lange Krallen beim Hund.
  • Schneide das Fell zwischen den Ballen zurück. Dort setzen sich Eisklumpen, Salz und Sand fest.
  • Bau rauen Untergrund auf. Geht es an die Küste oder in die Berge? Lauf in den Wochen davor schon mal über Kies oder Beton.
  • Meide die Mittagszeit im Sommer. Früh oder spät zu gehen kostet dich nichts und erspart einen verbrannten Ballen.

Was eine Socke hier leistet und was nicht

Ehrlich zu sein hilft hier mehr als zu verkaufen. Unsere Anti-Rutsch-Hundesocken sind für Halt auf glatten Böden drinnen gemacht. Bei trockenen Ballen können sie drei Dinge gut: sie halten den Balsam an Ort und Stelle, sie bilden eine Barriere gegen das Lecken und sie schützen einen heilenden Ballen vor dem Boden.

Was sie nicht tun: einen Ballen heilen. Sie sind auch nicht für nasse Pfoten oder einen langen Spaziergang draußen gemacht. Für draußen brauchst du Hundeschuhe. Die richtige Größe richtet sich nach der Breite des gespreizten Pfotenabdrucks, die der Größenrechner für dich umrechnet.

Kurz zusammengefasst

Klär zuerst, woher die Trockenheit kommt, denn Salz, Hitze, Abrieb und Lecken verlangen jeweils etwas anderes. Pflege abends in vier Schritten und halte das Produkt mit einer Socke auf dem Ballen. Creme nie kurz bevor dein Hund in den glatten Flur läuft. Bleibt der Ballen nach drei Wochen gleich oder kommt ein Riss dazu, wird es eine Sache für den Tierarzt.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich normale Vaseline auf den Pfoten meines Hundes benutzen?

Ja, dünn aufgetragen ist das als vorübergehende Barriere in Ordnung. Zwei Einschränkungen: Vaseline zieht nicht wirklich ein, sie nährt den Ballen also weniger als ein Balsam mit Buttern und Ölen. Ein Hund, der viel davon ableckt, kann weichen Kot bekommen. Zieh also eine Socke darüber.

Kann ich meine eigene Fußcreme nehmen?

Besser nicht. Fußcremes für Menschen enthalten oft hoch dosierten Harnstoff, Salicylsäure, Menthol oder Kampfer. Das ist zu aggressiv für einen Hundeballen und dein Hund leckt es ab. Nimm ein Produkt, das für Hunde gemacht ist. Oder einfache Vaseline.

Wie lange braucht ein eingerissener Ballen zum Heilen?

Ein oberflächlicher Riss schließt sich meist in ein bis zwei Wochen, sofern du ihn schützt und die Ursache abstellst. Tiefere Risse dauern länger, weil dein Hund bei jedem Schritt darauf steht. Ist es nach zwei Wochen noch offen oder kommt es immer wieder, lass es anschauen.

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