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Hundekrallen zu lang? Das kostet Halt

Klack. Klack. Klack. Du hörst deinen Hund durch den Flur kommen, bevor du ihn siehst. Die meisten Halter finden das ein gemütliches Geräusch. Eigentlich ist es eine Warnung: wenn die Krallen deines Hundes zu lang sind, hörst du sie auf dem Boden. Und ein Hund, der auf seinen Krallen läuft, steht weniger sicher als ein Hund, der auf seinen Ballen läuft.

Der Zusammenhang zwischen Krallenlänge und Wegrutschen gehört zu den am meisten unterschätzten Dingen in einem Haushalt mit einem älteren Hund. Hier liest du, wie das mechanisch funktioniert und was du dagegen tust.

Der Klacktest dauert fünf Sekunden

Lass deinen Hund einfach aufrecht auf hartem Boden stehen. Geh auf die Knie und schau dir eine Vorderpfote von der Seite an. Berührt die Krallenspitze den Boden, während er stillsteht? Dann ist sie zu lang.

Die Variante ohne Hinschauen funktioniert genauso gut. Lass deinen Hund über Parkett oder Fliesen weggehen und hör hin. Ein Hund, der auf dem Boden klackt, hat Krallen, die in einem Moment Kontakt machen, in dem sie es nicht sollten. Bei der richtigen Länge liegt ein Hauch Luft zwischen Krallenspitze und Boden, solange dein Hund steht.

Bei älteren Hunden geht das fast immer schief, aus einem langweiligen Grund: sie laufen kürzere Strecken und seltener auf Asphalt. Die Kralle nutzt sich nicht mehr von selbst ab, während sie trotzdem einfach weiterwächst.

Was eine zu lange Kralle mit der Pfote macht

Stell dir die Zehe als kleinen Bogen vor, mit dem Ballen darunter. Dieser Ballen ist das Gummi deines Hundes: weich, leicht feucht, zum Greifen gemacht. Die Kralle besteht aus Horn und greift auf glattem Boden nichts.

Sobald die Kralle zu lang wird, erreicht sie den Boden früher als der Ballen. Bei jedem Schritt drückt der Boden die Kralle zurück in die Zehe. Drei Dinge passieren gleichzeitig:

  • Die Zehe kippt nach oben. Der vordere Teil des Ballens hebt vom Boden ab, es bleibt weniger Gummi im Kontakt.
  • Das Gewicht verschiebt sich nach hinten. Dein Hund steht etwas mehr auf den Fersen. Das verändert die Stellung von Handgelenk und Ellbogen. Am Hinterbein die des Sprunggelenks.
  • Die Pfote spreizt anders. Die Zehen können sich beim Aufsetzen weniger weit öffnen, wodurch die Auflagefläche kleiner wird.

Auf Gras merkst du davon nichts. Dort bohren sich die Krallen in den Untergrund und wirken wie Spikes. Auf Parkett, Laminat, Fliesen oder Vinyl kann die Kralle in nichts hinein. Sie rutscht einfach weg, mit dem Rest des Hundes hinterher.

Krallen schneiden gibt Halt zurück, aber nicht auf jedem Boden

Krallen schneiden für mehr Halt beim Hund ist sinnvoll und es ist der günstigste Eingriff, den es gibt. Nur: erwarte kein Wunder auf einem spiegelglatten Boden.

Kurze Krallen geben deinem Hund seinen vollen Ballen zurück. Dieser Ballen braucht Reibung, um zu wirken. Auf einem Teppich oder auf geöltem Holz ist genug Reibung da. Auf polierten Fliesen, Hochglanzlaminat oder frisch lackiertem Boden ist die Reibung so gering, dass selbst ein perfekter Ballen durchrutscht, sobald dein Hund beschleunigen oder drehen will.

So siehst du den Unterschied zu Hause: ein Hund mit zu langen Krallen rutscht überall ein bisschen, sogar auf der Matte. Ein Hund mit kurzen Krallen rutscht nur noch auf den glattesten Stellen. Geht es dort weiterhin schief, liegt es am Boden und nicht an der Kralle. In Hund rutscht auf glattem Boden steht pro Untergrund, was dann wirklich hilft.

Wie kurz ist kurz genug

In der Kralle sitzt das Leben: ein kleines Bündel aus Blutgefäß und Nerv. Davon willst du wegbleiben. Bei hellen Krallen siehst du es als rosa Streifen, der vor der Spitze endet. Schneide ein paar Millimeter darunter.

Bei schwarzen Krallen siehst du nichts. Nimm dann jeweils eine dünne Scheibe ab und schau dir die Schnittfläche an. Solange du einen trockenen, kreidigen Kern siehst, kannst du weitermachen. Erscheint in der Mitte ein kleiner grauer oder dunkler Punkt, bist du nah am Leben und hörst auf.

Eine Feile oder ein Schleifer ist für viele Hunde angenehmer als eine Zange. Es geht langsamer, es knackt nicht, du spürst besser, wann du aufhören musst. Bau es in kurzen Einheiten von dreißig Sekunden pro Pfote auf.

Vergiss die Afterkralle nicht, das kleine Nagelchen weiter oben an der Innenseite des Beins. Sie berührt den Boden nie und nutzt sich deshalb überhaupt nicht ab. Bei älteren Hunden wächst sie manchmal im Bogen zurück in die Haut.

Wenn die Krallen schon monatelang zu lang sind

Hier kommt der Wermutstropfen. Bleibt eine Kralle lang, wächst das Leben mit nach außen. Du kommst dann nicht in einer Sitzung zurück auf die richtige Länge, ohne zu bluten und Schmerzen zu verursachen.

Die Lösung heißt Geduld. Nimm jede Woche ein kleines Stück ab, höchstens ein bis zwei Millimeter. Das Leben zieht sich daraufhin langsam Richtung Zehe zurück. Rechne mit sechs bis zehn Wochen, bis du auf einer normalen Länge bist. Wehrt sich dein Hund heftig? Krümmen sich die Krallen schon in den Ballen? Dann lass die erste Sitzung beim Tierarzt machen, wenn nötig unter Sedierung.

Die Kombination, die im Haus am besten funktioniert

Kurze Krallen geben den Ballen zurück. Eine Socke legt Halt darunter. Diese zwei machen etwas Verschiedenes und sie beißen sich nicht.

Unsere Anti-Rutsch-Hundesocken haben Silikongrip auf beiden Seiten, sodass auch bei einer Vierteldrehung der Socke noch Halt unter der Pfote bleibt. Sie decken die Krallen sofort ab, was auf Parkett Schäden verhindert. Mehr dazu steht in Hund zerkratzt Parkett.

Eines ersetzen sie nicht: das Schneiden. Eine zu lange Kralle drückt auch in einer Socke gegen den Boden und kippt die Zehe weiterhin nach oben. Mach also erst die Krallen und miss danach die Größe, denn bei einem Hund mit langen Krallen misst du schnell einen halben Zentimeter zu breit. Wie das richtig geht, steht in Pfotenbreite beim Hund messen. Noch unsicher bei der Größe? Der Größenrechner gibt sie in dreißig Sekunden.

Was du innerhalb von zwei Wochen merkst

Das Geräusch verschwindet zuerst. Der Flur wird still. Danach siehst du bei vielen Hunden, dass der Schritt etwas länger wird und dass sie sich auf dem Boden wieder zu beschleunigen trauen, auf dem sie vorher vorsichtig waren. Der letzte Teil hat genauso viel mit Vertrauen zu tun wie mit Reibung. Ein Hund, der einmal ordentlich weggerutscht ist, schleicht danach monatelang.

Hat dein Hund trotz kurzer Krallen und Halt unter den Pfoten weiterhin Mühe beim Aufstehen oder auf der Treppe? Dann liegt es nicht am Boden. Lass Hüften und Knie beim Tierarzt nachschauen.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich die Krallen meines Hundes schneiden?

Bei den meisten Hunden alle drei bis vier Wochen. Hunde, die viel auf Asphalt laufen, nutzen ihre Krallen teilweise selbst ab und brauchen es seltener. Ältere Hunde und Hunde, die vor allem auf Gras und drinnen laufen, dagegen häufiger. Der Klacktest auf hartem Boden ist ein zuverlässigerer Maßstab als der Kalender.

Ich habe zu weit geschnitten und es blutet. Was jetzt?

Bleib ruhig, denn eine Kralle blutet heftig, aber selten gefährlich. Drück einen Bausch Küchenpapier fest gegen die Spitze und halte ihn zwei bis drei Minuten dort. Blutstillendes Pulver oder Maisstärke hilft. Hört es nach zehn Minuten nicht auf, ruf den Tierarzt an.

Helfen Hundesocken gegen zu lange Krallen?

Sie lösen die Folgen auf dem Boden: keine Kratzer mehr und mehr Halt unter der Pfote. Die Kralle selbst wächst weiter und drückt weiter gegen den Boden. Sieh Socken also als Ergänzung zum Schneiden, nicht als Ersatz dafür.

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