Alertliggende Husky op donker parket met Dog Socky sokken bij spierverlies

Muskelabbau beim alten Hund: Kreis brechen

Du streichst deinem Hund über den Rücken und spürst den Unterschied. Die Hinterbeine sind schmaler geworden. Die Hüftknochen stehen dort hervor, wo früher Muskel war. Muskelabbau beim alten Hund kommt schleichend und du bemerkst ihn erst, wenn schon einiges weg ist. Das Ärgerliche daran: Er hält sich selbst am Laufen. Weniger Muskel bedeutet weniger Sicherheit. Weniger Sicherheit bedeutet weniger Bewegung. Und weniger Bewegung kostet wieder Muskel.

Zwei Arten von Muskelabbau, zwei Vorgehensweisen

Bei einem älter werdenden Hund laufen zwei Dinge nebeneinander.

Das erste ist der altersbedingte Abbau. Ab etwa sieben Jahren baut der Körper Muskeleiweiß langsamer auf als ab. Das passiert bei jedem Hund, auch bei einem kerngesunden.

Das zweite ist der Abbau durch Nichtgebrauch. Ein Gelenk, das schmerzt, wird geschont. Der Muskel darum herum bekommt keinen Reiz mehr und schrumpft innerhalb weniger Wochen. Diese Art geht viel schneller als der altersbedingte Abbau.

Der Unterschied ist wichtig. Altersbedingten Abbau kannst du bremsen. Abbau durch Nichtgebrauch lässt sich weitgehend umkehren, sofern du den Grund für das Schonen beseitigst.

Der Teufelskreis in vier Schritten

  1. Es gibt Schmerz, Steifheit oder Unsicherheit auf dem Boden.
  2. Dein Hund bewegt sich weniger und verlagert Gewicht auf die Vorhand.
  3. Die Muskelmasse in der Hinterhand nimmt ab.
  4. Mit weniger Muskel werden Stehen und Drehen wackliger, also bewegt er sich noch weniger.

Jede Runde macht die nächste schlimmer. Abwarten, bis es von selbst besser wird, funktioniert hier nicht.

Wo du den Kreis durchbrichst

Punkt 1: nimm den Schmerz weg

Solange Bewegung wehtut, schont dein Hund. Daran scheitert jeder Trainingsplan. Lass deshalb zuerst die Gelenke untersuchen. Bei Arthrose gibt es heute viele Möglichkeiten in der Schmerzbehandlung und der Langzeitbetreuung. Was du zu Hause selbst tun kannst, steht in Arthrose beim Hund: Hilfsmittel für zu Hause.

Punkt 2: mach den Boden verlässlich

Dieser Punkt wird fast immer übersprungen. Ein Hund mit weniger Kraft traut sich auf Laminat oder Fliesen nicht mehr, normal abzudrücken. Er trippelt, hält die Beine eng beieinander und macht kurze Schritte. Solche Schritte belasten den Muskel kaum.

Gib demselben Hund Halt und du siehst seinen Schritt länger werden. Genau das ist die Belastung, die Muskelmasse erhält. Anti-Rutsch-Hundesocken mit Silikon auf beiden Seiten eignen sich hier gut, weil der Grip auch dann bleibt, wenn sich die Socke verdreht. Die richtige Größe bekommst du über den Größenrechner.

Socken bauen selbst keinen Muskel auf. Sie sorgen nur dafür, dass dein Hund sich wieder bewegt. Das ist die Voraussetzung für alles Weitere.

Punkt 3: bewege kurz und oft

Für Muskelaufbau beim Senior gilt die umgekehrte Regel von früher. Nicht ein langer Spaziergang am Wochenende, sondern vier kurze pro Tag. Zehn Minuten ruhiges Gehen, viermal, bringt der Muskelmasse deines Hundes mehr als eine Stunde, von der er sich zwei Tage erholen muss.

Was außerdem hilft:

  • Gehen auf weichem, unebenem Untergrund. Gras, Waldweg, lockerer Sand. Die Pfoten müssen dort ständig ausgleichen und das trainiert die kleinen stabilisierenden Muskeln.
  • Ruhig bergauf. Eine leichte Steigung nach oben fordert die Hinterhand. Bergab bitte nicht forcieren.
  • Steh-Übungen. Lass deinen Hund einfach eine halbe Minute auf einer Matte stehen. Stehen ist Muskelarbeit.
  • Sitz-Steh-Wiederholungen. Fünfmal aus dem Sitz aufstehen ist eine vollwertige Übung. Baue langsam auf.

Punkt 4: prüfe das Futter

Ein hartnäckiger Irrtum lautet, ein alter Hund brauche weniger Eiweiß. Für einen gesunden Senior gilt eher das Gegenteil: Er verwertet Eiweiß weniger effizient und braucht davon also genug, um Muskel zu halten. Hat dein Hund Nierenprobleme, sieht es anders aus. Besprich das mit deinem Tierarzt.

Achte auch auf das Gesamtgewicht. Fett, das Muskel ersetzt, belastet die Gelenke zwar, trägt aber nichts.

Selbst messen, ob es wirkt

Veränderung siehst du schlecht, wenn du deinen Hund täglich vor dir hast. Also miss nach.

Leg ein Maßband um den Oberschenkel, etwa auf halber Strecke zwischen Hüfte und Knie, beim stehenden Hund. Notiere links und rechts. Wiederhole das alle zwei Wochen an derselben Stelle. Ein Unterschied von mehr als einem bis zwei Zentimetern zwischen links und rechts deutet auf einseitiges Schonen hin, oft wegen Schmerzen auf dieser Seite.

Mach zusätzlich jeden Monat ein Foto von hinten. Nebeneinandergelegt zeigen dir drei Monate genau, was passiert ist.

Was du besser lässt

Treppen sind kein Krafttraining. Sie verlangen eine explosive Bewegung von einer Hinterhand, die das nicht mehr leisten kann. Das Risiko eines Fehltritts ist größer als der Gewinn.

Das Springen ins Auto und wieder heraus gehört in dieselbe Kategorie. Eine Rampe oder ein Hebegeschirr kostet dich etwas Mühe. Die Gelenke danken es dir.

Und Ruhe ist keine Therapie. Ein Hund, der nach einem schlechten Tag drei Tage im Körbchen bleibt, verliert in diesen drei Tagen mehr, als er mit ruhigem Gehen gewonnen hätte. Bespreche mit deinem Tierarzt, wie viel Bewegung vertretbar ist. Kommt dein Hund auch nach der Ruhe schwer hoch, lies alter Hund kann schwer aufstehen.

Was du realistisch erwarten kannst

Bei Abbau durch Nichtgebrauch siehst du mit einem guten Plan innerhalb von sechs bis acht Wochen einen Unterschied im Umfang und darin, wie zügig dein Hund aufsteht. Beim altersbedingten Abbau ist Stabilität schon ein Gewinn. Zurück zur Muskelmasse von vor fünf Jahren wird nicht klappen. Das Tempo des Abbaus zu halbieren schon.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein alter Hund noch Muskeln aufbauen?

Ja, nur langsamer als ein junger Hund. Muskel, der verschwand, weil ein schmerzendes Gelenk geschont wurde, kommt am besten zurück, sobald dieser Schmerz behandelt ist. Rechne mit sechs bis acht Wochen bei täglichen kurzen Reizen statt einiger langer Belastungen.

Wie erkenne ich Muskelabbau bei meinem Hund rechtzeitig?

Taste wöchentlich mit beiden Händen über die Oberschenkel und entlang des Rückens. Hervorstehende Hüftknochen, eine schmaler werdende Hinterhand oder ein deutlicher Unterschied zwischen links und rechts sind die ersten Zeichen. Oft siehst du auch, dass dein Hund Gewicht nach vorne verlagert und die Hinterbeine enger zusammenstellt.

Helfen Anti-Rutsch-Socken gegen Muskelabbau?

Nicht direkt: Eine Socke baut keinen Muskel auf. Was sie tun, ist die Bremse lösen. Ein Hund, der sich auf glattem Boden nicht mehr abzudrücken traut, macht kurze Schritte und belastet die Hinterhand kaum. Mit Halt traut er sich wieder normal zu gehen und das ist der Reiz, den der Muskel braucht.

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